fehlende Qualität in kostenlosen Kindergärten


hier in Rheinland-Pfalz ist die Welt fast in Ordnung. Dank einer Initiative der Regierungspartei von Kurt Beck können Kinder ab 2 Jahren den Kindergarten kostenfrei besuchen. Das hat mit unserem Großen wunderbar geklappt. Damals allerdings noch ab dem dritten Lebensjahr. Angemeldet und 3 Monate vorher den Platz zum Eingewöhnen bekommen. Die ersten Monate haben noch Geld gekostet. Danach und bis jetzt keine Kosten mehr. Lediglich für Geburtstagsgeschenke und Getränke wird eine Pauschale berechnet. So weit so gut.

Anfangs war es toll. Die Erzieherinnen kümmern sich gut um die Neuankömmlinge. Versteht sich ja auch von selbst. Trennungsphase und so. Grad für den Großen war es gut, weil der in seinen ersten Lebensjahren kaum mit anderen Kindern in Kontakt gekommen ist. Die Probleme traten erst auf, als die Gruppenerzieherin gewechselt hatte. Statt einer erfahrenen Kraft im besten Mütteralter, jetzt ein junges Mädchen. Wechsel der vertrauten Kontaktperson, schwierige Phase. Wir hatten jetzt bisher 2 Elterngespräche mit der Neuen und in beiden wurde uns mitgeteilt, das der Junge verhaltensauffällig sei. Monotones Spielverhalten, Konflikt- und Kontaktscheue mit anderen Kindern.

Ist uns auf dem Spielplatz noch nicht aufgefallen. Eine angesprochene Sozialarbeiterin hat sich mit dem Fall beschäftigt und keine Probleme festgestellt. Nur das der Kindergarten kontaktscheu ist und nicht auf die Anfrage für ein Gespräch reagiert hat. Bin mal gespannt, was da noch kommt. Im Kindergarten heute ein neuer Schock. Der Große ist jetzt ein Maxikind, theoretisch. D.h. weil er nächstes Jahr in die Schule kommen soll, gehört er jetzt zu einer Gruppe besonders privilegierter Kinder, die Ausflüge zu interessanten Plätzen unternehmen. Nächste Woche zur Buga. Nur was sagt die Dame: nein, er ist jetzt zwar ein Maxikind aber zur Buga kann er nicht mit, da man nicht weiß, wie er sich dort verhält. Das Risiko wäre zu groß. HALLOOO? Was bitte schön heißt das jetzt? Er soll in die Schule, darf aber nicht an der Vorbereitung teilnehmen? Risiko für was? Haben wir einen Terroristen in der Familie?

OK, die Damen sind vielleicht etwas überfordert. 2 Erzieherinnen Betreuerinnen für 25 Kinder pro Gruppe ist ziemlich dünn. Und genau das ist das Problem. Viele Eltern nutzen gerne die kostenfreie Möglichkeit der Kinderbetreuung, werden sogar von Schule, Ärzten und Sozialarbeitern dazu angehalten. Nur gibt es deswegen nicht mehr Geld für die Kinder. Das Land muss sparen. So kommt es in der KiTa wo der Große hingeht sehr häufig zur Freibeschäftigung. Die Erzieherinnen haben 3-4 Kinder auf dem Schoß und lesen denen vor. Oder ein Neuankömmling braucht besonders viel Kuschelzeit. Zeit die für die anderen Kinder nicht da ist. Die anderen Kinder müssen sehen wie sie klar kommen. Als der Große kürzlich beim Arzt geometrische Figuren zeichnen musste, sah das aus wie Hühnerkacke. Warum bitte schön fällt das denn nicht auf und wird gezielt gefördert? Im letzten Jahr hingen noch regelmäßig selbstgebastelte Bilder an der Wand. Derzeit Fehlanzeige. Vor zwei Jahren gab es Kurse für gesundes Essen. Derzeit Fehlanzeige. 2 Betreuer für 25 Kinder sind zu wenig. Das die Ausstattung mit pädagogisch wertvollem Spielzeug reichlich dürftig ist, ist ein weiteres Manko.

Es geht auch anders: wir konnten uns kürzlich eine Tagesstätte anschauen mit einem sehr aktiven Förderkreis. Die Gruppen sind hier nur 15 Kinder groß. Viel Spielzeug um die komplizierten Dinge des Lebens einfach zu verstehen. Eigene Küche mit eigener Köchin. Dazu ein tolles Areal dicht am Wald. Ich hoffe das sich für den Kleinen hier ein Platz findet. Und ja, Fördern beruht auf Gegenseitigkeit.

© by Pascal Mages

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