Die Mauer


wäre heute vielleicht 50 Jahre alt geworden, wenn sich  nicht im Herbst ’89 die Konterrevolution im Osten Deutschlands durchgesetzt hätte. Die historische Bewertung obliegt immer dem Sieger, daher sprechen die Medien und die Politik nur von den Opfern, die der Mauer zugerechnet werden. Nicht berücksichtigt wird dabei die Tatsache, das der Bau des „Antifaschistischen Schutzwalls“ vielen Menschen wohl das Leben gerettet hat. Die politische Lage war 1961 dramatisch angespannt. Der Kalte Krieg in vollem Gange und nur ein Fünkchen hätte genügt um Panzer rollen und Atombomben regnen lassen.

Die beiden deutschen Staaten wurden von den Alliierten Gewinnern des 2. Weltkriegs nach eigenem Willen gestaltet und benutzt. Der Westen erlebte mit dem Dollarregen des Marshallplans ein erstes Wirtschaftswunder. Die bitterarme DDR musste u.a. durch die Demontage von Industrieanlagen und Schienenverkehrsnetzen 13 Mrd. Dollar Reparationsleistungen bezahlen. Westdeutschland bezahlte im gleichen Zeitraum nur etwas eine 1/2 Milliarde Dollar. Es ist verständlich, das die Wirtschaftsleistung in beiden deutschen Staaten unterschiedlicher nicht sein konnte.

Die Welt war in den Ostblock und die Westmächte gespalten. Die deutschen Staaten dienten als Pufferzone. Da die BRD, in Abstimmung mit den Westalliierten, die DDR nicht politisch anerkannt hatte und einen Alleinvertretungsanspruch für Deutschland erhob, wurde dort eifrig an der Beseitigung des Sozialismus in Deutschland gewerkelt. Mit Berlin als Brückenkopf hatte man ideale Voraussetzungen bei der Destabilisierung der Ostzone, durch Währungsspekulationen, Spionage und Abwerbung von Fachkräften und Intelligenz in das westdeutsche Konsumparadis. Es wurde errechnet, das in den 10 Jahren vor dem Bau der Mauer jährlich etwa 130-290 Tsd. Menschen den Verlockungen des Geldes erlagen. Das Ausbluten des Osten kurbelte das Wirtschaftswunder im Westen weiter an.

Das wurde natürlich auch von den Schutzmächten registriert. Kennedy erkannte das der Fall der DDR den Einsturz des ganzen Ostblocks bedeutet hätte und erwartete dementsprechende Reaktionen von Chruschtschow. Für die Sowjets war der Ostblock ein natürlicher Schutzschild vor den Atomraketen der USA.

Berlin Wall, Summer 1985 © by Chez Eskay

So wurde in einer Nacht- und Nebelaktion eine Mauer errichtet, was der ostdeutsche Parteichef Ulbricht ein paar Wochen vorher noch gänzlich ausgeschlossen hatte. Ein Indiz, das die Mauer nicht ein Produkt ostdeutscher Köpfe war, sondern im fernen Moskau geplant wurde.

Die Westmächte arrangierten sich mit der neuen Situation, die DDR wurde weltpolitisch anerkannt und in Europa konnten die beiden politischen Lager friedliche 28 Jahre koexistieren. Deutsche Soldaten wurden/werden erst nach dem Ende des Sozialismus in die Welt exportiert.

Und scheinheilig sind die, die mit dem Finger auf die ostdeutsche Mauer zeigen und selbst in Ceuta, Arizona und Jerusalem neue Mauern errichten.

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