von der Schwerarbeit eine Roma zu deflorieren


Gestern nach dem Abendfilm null Motivation verspürt. Also etwas gezappt. Auf VOX läuft eine Reportage „Tradition ist alles! – Junge Roma in Deutschland“ Hört sich interessant an. Bier und Chips auf den Tisch.

Und es geht los. Zwei junge Menschen sitzen am Rhein in Köln und erzählen. Naja eigentlich nicht. Eigentlich antworten die 2 nur auf die Fragen der Moderation. Man hört deutlich das Milieu aus den kurzen Antworten herausklingen. Es geht um heiraten. Der Junge ist 17 und das Mädchen 16. Ups, verplappert, sie ist erst 15. Ist nicht so wichtig. Bei den Roma geht es nicht um „westliche“ Werte. Es dreht sich alles um die Familie. Papa ist der Chef, Mama und der Rest der Familie gehorcht.

Sie wohnen in einer Gartenhaussiedling am Stadtrand von Köln. 6 Personen auf 48 qm². Geduldet oder besser Kettengeduldet. Den Fachjargon erfährt man aus den Kommentaren von zugeschalteten Insidern. Arbeiten ist nicht so wichtig. Darf man mit Duldung auch nicht. Und wenn man nicht arbeitet und den eigenen Lebensunterhalt bestreiten kann, kann aus der Duldung auch eine Abschiebung werden. Die Älteste (18) ist stolz auf sich. Sie hat die Förderschule erfolgreich abgeschlossen und jetzt eine Festanstellung bei einer großen Restaurantkette. „Meckdonnelds“, sage ich schnell zu meiner Frau, bevor es das Mädchen bestätigt. Bildung ist nicht so wichtig bei den Roma. Aber die Eltern sind stolz darauf, wenn die Kinder die Förderschule erfolgreich beenden. Wenn nicht ist auch nicht schlimm.

Heiraten und Kinder bekommen. Das ist wichtig! Auch wenn die beiden Cousin und Cousine 1.Grades sind. Auch wenn das Mädchen erst 15 ist und der Junge 17. Aber sie ist schon geschlechtsreif. Hat ordentlich Holz vor die Hüttn. Und das zählt. Schule? Nach der Hochzeit erstmal nicht. Nur wenn es der Ehemann erlaubt. Sie hat aber noch nicht mit ihm darüber gesprochen.

Heiraten funktioniert, wenn Mann die Frau kauft. Dazu versammeln sich die Clans. Hier für VOX kostet es nur 1000 € + 1 Golddukaten. Der Bräutigam muss draußen warten, sein Vater hat nur 250 € und den Dukaten einstecken. Macht nix, Familie ist groß. Brüder, Verwandte und Nachbarn helfen. Nach dem erfolgreichen Kuhhandel, schielt der Bräutigam freudig erregt, die Braut wird schon mal von der neuen Familie mit Kleidern und Schmuck ausgestattet.

Dann wird die Zeit knapp. In 2 Tagen muss die Feier über die Bühne gehen. Damit die Kinder nicht schon vorab mit dem Poppen anfangen oder damit es sich der Brautvater nicht anders überlegt. Wird er nicht! Der Schwiegervater des Mädchens ist ein geachteter Mann. Der wohnt in einer richtigen Mietskaserne und ist bei den Roma ein Mediator. Die Kosten der Hochzeit gehen übrigens auch auf die Familie des Bräutigams. Im Kulturbunker ist noch ein Saal zu haben. Die Vermieter sind zwar etwas skeptisch, denn sie haben so ihre Erfahrungen mit Roma-Hochzeiten. Müssen sie aber nicht. Hinterher ist alles blitzsauber und aufgeräumt und die 3 Lämmer wurden auch nicht auf der Kulturbunkerveranda gegrillt, sondern in der Asylantensiedlung.

Warum ich mir so einen Scheiß anschaue? Die Werbepausen werden mit einem Trailer über die weitere Geschichte eingeleitet. Ein paar Frauen mit Kopftüchern schwenken ein beschmiertes Bettlaken. Das ist was zählt. Das ist bei den Roma wichtig. Von der Feier werden die Kinder schnell nach Hause gebracht. In einem Zimmer steht ein Bett mit einem weißen Plüschtiger darauf. Und die Mütter, Tanten und Omas ziehen schnell ein weißes Laken über das Bett. Dann setzen sie sich in Wohnzimmer und warten. Der Junge kommt raus und schickt die Alten aus der Wohnung. Das Mädchen schämt sich nämlich. Aber schon nach einer 1/4 Stunde tanzen die Alten mit dem verschmierten Laken durch Köln zurück zur Feier. Das Mädchen läuft ein bisschen breitbeinig und wacklig mit. Egal. Das Laken ist verschmiert und das zählt.

Epilog: Die schwebende Abschiebung der Brautfamilie konnte in einem Gerichtsprozess verhindert werden. Das Mädchen kümmert sich fleißig um den Haushalt und wirkt ganz zufrieden. Sie darf übrigens weiter zur Schule gehen. Der Junge ist jetzt Herr in seiner eigenen Familie und bekommt seinen eigenen Hackfleischwürste gebraten. Der Bruder hat ihm geraten mit dem Kinderkriegen zu warten. Ob und wie sie verhüten wird VOX aber nicht verraten. Wahrscheinlich ist so viel Intimes peinlich. Oder es ist nicht so wichtig.

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