Il mio nome e Signor Ginelli sono buco del culo


Was ist das für ein Mensch, der seine Kollegen anwaltlich wegen eines vermeintlichen Wettbewerbsverstoßes abmahnen lässt? Flattert mir doch die Tage ein Schreiben auf dem Tisch, in dem ein Rainer Anwalt 700 € nebst Unterlassungserklärung für eine mißlungene Ebay Beschreibung fordert. Sein Auftraggeber ist ein Sporteinzelhändler in Rain, der wohl die sinkenden Absatzzahlen im Sportgeschäft mit Ebayverkäufen aufbessert. Und in uns Konkurrenz wittert. Konkurrenz die keine ist, denn wir verkaufen online keine Sportartikel sondern Mode. Bis jetzt! Darf man den Hund, der einen ans Bein pinkelt treten?

In unserer Auktion war geschrieben, das die Kunden die Teile nicht unfrei zurückschicken sollen. Das ist auch nicht erlaubt und abmahnwürdig, doch haben wir genau eine Zeile darüber einen Passus, das die Kunden eine Freewaymarke für Rücksendungen erhalten. Die Freewaymarke kostet 5,65 €, eine unfreie Sendung 12 €. Durch die Erstattungspflicht für Hinsendekosten mache ich mit jeder Rücksendung Minus, ist es also wirklich so tragisch, wenn ich dieses Minus um 6,35 € pro Paket reduzieren will? Der eingeweihte Ebay Verkäufer kennt die Margen, die aus dem Ebay Geschäft zu ziehen sind. Sie sind molto cattivo, mies und eigenlich den Aufwand nicht wert. Nur muß man ja das Lager leer bekommen, um für neue Saisonware Platz zu schaffen.

Das Fernabgabegesetz ist eine tolle Sache für den Verbraucher. Für den Händler in einer Konkurrenzsituation aber das ganze Gegenteil. Er kann den Verlust bei den Transportkosten nicht mal einfach so auf die Warenpreise aufschlagen. Da sind die Preissuchmaschinen dagegen. Und das Wettbewerbsgesetz samt aktueller Rechtssprechung tut ein Übriges und verwirrt mit Urteilen in diese und in die andere Richtung noch mehr. Jedesmal wenn es einen neuen Richterspruch in dieser Thematik gibt, sollte der aktive Onlinehändler schnellstens seine Angebote nachbearbeiten oder riskiert eine Abmahnung von einem wenig beschäftigen Anwalt. Wie Hyänen lauern sie auf eine Unaufmerksamkeit und beißen zu wenn es möglich ist. Die Gebühren für den anwaltlichen Hinweis auf Fehler im Webangebot sind so happig, das die Lust am Handeln vergeht. Nur, wenn es keine Onlinehändler mehr gibt, wer bezahlt dann die Zehntausende von Paketausträgern in Deutschland. Und was machen dann die ganzen anwaltlichen Schmierlappen? Hartz IV? Mit letztgenannten habe ich übrigens kein Mitleid. Und mit den Signor Ginellis dieser Welt, die Ihren Kollegen eines auswischen wollen ebenso nicht.

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