Schlagwort-Archiv: Politik

der Klientel Altbundespräsident

Deutsch: Roman Herzog (* 1934), deutscher Juri...

Deutsch: Roman Herzog (* 1934), deutscher Jurist und Politiker, Bundespräsident von 1994 bis 1999 (Photo credit: Wikipedia)

Roman Herzog, seines Zeichens seit 13 Jahren Bezugsberechtigter des Ehrensoldes für nicht mehr amtierende Bundespräsidenten, hat sich im Focus zu Wort gemeldet und fordert dort wieder einmal die Reformierung der 5% Hürde bei Wahlen. Als Begründung ist dort zu lesen, das Angesichts immer mehr kleinerer Parteien der Bundeskanzler ansonsten „nicht mehr von einer großen Mehrheit der Bevölkerung getragen“…. werde.

Diese Forderung hatte Herzog bereits 2008 anlässlich des Wahlerfolges der Linke geäußert.

Herr Herzog offenbart damit ein merkwürdiges Demokratieverständnis: Wenn also weitere Wählerschichten zusätzlich zu den vorhandenen Nichtwählern vom Parlament ausgeschlossen sind, wird der von den verbliebenen Abgeordneten gewählte Kanzler von einer breiteren Mehrheit in der Bevölkerung getragen.

Nach meinem Verständnis wird eher umgekehrt ein Schuh daraus: für die ehemaligen Volksparteien wird es einfacher werden zu regieren. Auch wenn sich immer mehr Wähler von ihnen abwenden. Solange sich die abgewendeten mit vielen kleinen Parteien selbst zersplittern…

In dem Focus Artikel plädiert Herzog auch für einen neuen Generationenvertrag. „Wir wissen doch, dass Sozialausgaben etwa ein Drittel des Staatshaushaltes ausmachen. Und dann muss man festlegen, ob dieser Anteil weiter steigen darf. Ohne eine finanzielle Rahmenplanung, die Kontinuität auch im Falle eines Regierungswechsels garantiert, wird es nicht gehen“, sagte er…. Soll heißen, das der schon länger nicht mehr funktionierende Generationenvertrag in Beton gegossen werden soll, anstatt sich über Alternativen wie z.B. eine steuerfinanzierte Basisrente zu unterhalten.

Das Herr Herzog selbst Rentner und Mitglied der Volkspartei CDU ist, muss an dieser Stelle nicht noch einmal betont werden, Oder? Und in seiner Rolle als gern besuchter Interviewpartner kann er auch für seine Klientel aktiv werden.

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Kurzmitteilung

Finanzmärkte fürchten Demokratie

nun wird die in Griechenland grad wieder abgesagt und als Belohnung steigt der DAX. Wie schön das man doch alles im Griff hat.

Kurzmitteilung

Bankenrettung, was kostet das?

Griechenland ist abgebrannt. Die Politik bereitet sich derzeit auf die nachfolgende Bankenrettung vor. Dazu eine Zahl: die Bundesbank hat errechnet das die letzte Bankenrettung 241 Mrd. € gekostet hat. Im Vergleich dazu: Die Rentenversicherung hat in 2010 mit 250 Mrd. € nur unwesentlich mehr ausgegeben. Unterm Strich ziehe ich daraus die Schlußfolgerung, dass die Bankenrettung mich bereits 1 Jahr zusätzliches Arbeiten gekostetet hat. Und die Politik hat NICHTS daraus gelernt.

speculari heißt spähen

Herr Türk von der Rheinzeitung sinniert in seinem Blog über das Fehlen von klaren Worten aus der Politik zur Euro Rettung. Eurobonds oder doch lieber einen immer größeren Rettungsschirm. (weiterlesen…)

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Böse, böse Killerspiele

der Stuttgarter OB hat laut einer Meldung des Heise Newstickers eine für Freitag geplante Spielenacht der Electronic Sports League verboten. Verboten, weil dort bei Counter-Strike und Warcraft Spieler gegeneinander antreten und dann kann es in der Hitze des SPIELS schon mal passieren, das der eine Spieler seinem Gegner VIRTUELL die Rübe abhaut. OK, um bei der Wahrheit zu bleiben: das kommt während eines Spiels häufiger vor, aber es bleibt ein Spiel. Nur der OB meint: Eine solche Veranstaltung könne die Stadt nicht akzeptieren, weil 2 Wochen vorher ein jugendlicher Amokläufer 15 Menschen getötet hat.

Sucht die Politik jetzt Sündenböcke? Was bitte schön haben die Dauerzocker mit ihren Pickelgesichtern und Pommes Hängebäuchen verbrochen, das ihr esportliches Highlight – vergleichbar mit Fußballbundesliga – verboten wird? Warum werden beispielsweise die Spiele der Fußballbundesliga nicht verboten? In ihrem Schatten kommt es regelmäßig zu Gewaltausbrüchen und dass nicht nur wenn Dynamo Dresden gegen Sachsen Leipzig antritt.

Die Politik betreibt wilden Aktionismus und veranstaltet eine Hexenjagd gegen böse Computerspieler. ABER: Ist die Ursache nicht vielmehr in dem Erfolgsdruck der heutigen Gesellschaft zu suchen. In der Einsamkeit in der man bei Problemen alleine gelassen wird. Oder in den sehr laschen Waffengesetzen die einem Mann gestatten 15!! Schusswaffen bei sich zu Hause aufzubewahren, nebst mehreren hundert Schuss Munition. Wofür braucht man das? Wenn sich mal wieder ein Braunbär über die Grenze verirrt? oder falls die Russen kommen? Aber nein, DAS INTERESSIERT die Politik NICHT. Es gibt nämlich eine Waffenlobby.

Und welchen Anteil haben die MEDIEN an dieser Tat? Ist es nicht so, das unter dem auch dort in der Branche herrschenden Erfolgsdruck jede noch so harmlose Story mit Riesengetöse aufgebauscht wird und eine Sensationsgeierei ohnegleichen auch mal eine ehemalige Prinzessin in den Tod hetzt? Was muß ein möglicher Nachahmungstäter denken, wenn er in der Zeitung minutiös lesen kann, wie so ein Amoklauf funktioniert. Und wenn daraus das Ereignis des Jahres gestrickt wird. RUHM dem Tüchtigen!

Aber die Politik hat die schwarze Petra ja schon an die Wand gemalt: Böse, Böse Killerspiele die die Jugendlichen darauf trainieren, mit einer Pumpgun durchs Gelände zu robben und mit dem Finger den Abzug zu drücken. Auch wenn der Abzug nur eine ENTER-Taste ist und dem hängebäuchigem Spieler die Pumpgun wahrscheinlich zu schwer wäre.

Das Jugendliche Amokläufer sogenannte Killerspiele gespielt hatten, liegt daran das es in dieser Generation sehr populär ist. Als meine Eltern jung waren, war es z.B. chic für Araber auf die Straße  zu gehen und auch damals hat die Politik ein Problem mit den Jugendlichen gehabt.

Die Amokläufer von Erfurt und Winnenden haben höchstwahrscheinlich auch alle Brot gegessen…

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Ihr Kinderlein kommet

aber gehet auch bald.

“Armes Deutschland!” hat sie gesagt, die Dame aus dem Kindergarten. Unser kleines Wutsch ist schon sooooo groß. Schon 2 Jahre und 3 Monate! Immer nur Mama und abends ein bissi Papa kann ganz schön langweilig sein für so große Racker. Tipa ist meistens nur noch naß und kalt, also haben Mama und Papa gemeint, sie müßten den kleinen Lingel in einen Kindergarten geben. Mindestens aus sozialen Gründen. In der Gruppe lernt es sich nun mal besser und wenn die Kinder alle im Kreis auf dem Töpfchen sitzen, klappt das auch mit dem Häufchen. So war es zumindest bei Papa früher und beim Cousin Mosi auch. Aber der wohnt im Osten. Da fließt zwar kein Milch und Honig in den Bächen, aber Kinderbetreuungsplätze gibt es dort deutlich mehr als im schönen Kowelenz.

Als Nichtautofahrer müssen wir die Wegezeiten berücksichtigen. Es gibt 3 Kindergärten zu denen wir fußläufig nur 15 min Weg haben. Mit Lingel also eine knappe halbe Stunde. Zwei davon nehmen nur halbtags Kinder ab 3 Jahren und fallen damit leider erst mal weg. Der dritte Kindergarten bietet Ganztagesbetreuung und das schon für zweijährige Kinder. Leider ist der Zugang schwer eingeschränkt. Wir stehen jetzt immerhin auf einer Warteliste an Position 75. Da alleinerziehende Eltern bevorzugt werden, kann es also noch einige Zeit dauern, bis Lingel sich mit anderen Kindern über Sinn und Unsinn von Eltern unterhalten kann.

Kinderbetreuung ist ein ganz heikles Thema im Westen der Republik. Elternteile, traditionell Mütter, werden nach der Geburt von Kindern mindestens 3-6 Jahre aus dem Alltag herausgerissen, da sie sich dann hauptsächlich um Kinder zu kümmern haben. Und selbst wenn das Kleine dann im Kindergarten ist, bei Öffnungszeiten von 8 – 13 Uhr fällt eine Weiterbeschäftigung im erlernten Beruf danach häufig ins Wasser. Wie soll eine Verkäuferin während der üblichen Ladenöffnungszeiten ein Kind aufziehen? Und wie findet man wieder einen Einstieg in den Beruf nach den 6 Jahren? Einzelhandel mag noch gehen, aber im Geschäftsleben findet solch dynamischer Wandel statt, das man/frau wieder bei Null beginnen muß. Lässt sich das alles mit eingeschränkten Finanzen bewältigen? Ein Kinderwunsch trifft junge Familien finanziell besonders hart. Grade in einer Zeit in denen die Wünsche noch größer sind als das Einkommen, wenn Eigenheime immer begehrlicher werden und Autos immer teurer? Es ist durchaus erklärbar, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland schrumpft.

Das Leben hat sich gewandelt, die Politik hat das nur noch nicht mitbekommen.

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